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Der anschließende Marsch nach- und durch Hemeringen war einer der schweißtreibernsten der letzten Jahre. Temperaturen weit über 30°C verlangten allen Teilnehmern alles ab. Allerdings war die Versorgung mit kühlen Getränken durch die Einwohner von Hemeringen, allen voran der Apotheke, ganz hervorragend. Vielen Dank für die gute Versorgung.
Traditionsgemäß waren viele Barrikaden aufgebaut. Sie wurden natürlich von den starken Männern der 1. Kompanie geräumt. Die Frauen welche die Barrikaden aufgebaut hatten, wurden fast alle inhaftiert. Einige haben sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, haben mehrfach versucht davonzulaufen, waren dann aber im Gefängnis so mit ihrem Los zufrieden, dass sie das Gefängnis nicht mehr verlassen wollten.
Der Transport durch Hemeringen zum Gefängnis ist immer nicht ganz einfach. Viele der jungen Damen werden auf den Pferden der Kavallerie transportiert, andere auf den Kanonen.
Allen Transporteuren danken die Zipöre für ihre Hilfe.
Einen besonderen Service bot die Polizei den Zipören. Die begleitenden Polizisten waren natürlich ortskundig und wussten von den Transportproblemen. Deshab hatten sie als Einsatzfahrzeug einen Bully gewählt. Die besonders widerspenstigen Frauen kamen hier hinein und hatten natürlich dann keine Fluchtmöglichkeit mehr. Wir danken der Polizei für die Sicherung des Zuges und den Transport unserer schwierigsten Gefangenen.
Im Gefängnis spielten sich Szenen ab die vergessen ließen, dass es sich um eine Haft handelte. Die festgesetzten Frauen feierten total ausgelassen und wollten trotz gezahlten Lösegeldes das Gefängnis nicht verlassen. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als einige Kameraden der Forellentaler Blasmusik von Hauptfeldwebel Vis-á-Vis engagiert wurden um im Gefängnis Musik zu machen. Auf Seemann folgte La Cuccaracha und anderes. So etwas hatte das altehrwürdige Gefängnis noch nicht gesehen. Noch ein Wort zu dem Gefängnis. Es handelt sich hierbei um die Grillhütte am Festplatz, die von Unteroffizier Klinker mit viel Arbeit und Mühe, mit Brettern und Tannengrün, ausbruchssicher, und trotzdem so hergerichtet wurde, dass sich die Damen darin wohlfühlten.
Die Frauen wurden schließlich mit Musik von der Brass Band geschlossen aus der Hütte gelockt und zum Schiesstand geführt. Es wurde ihnen vorgegaukelt, dass Königsproklamation sei. Am Schiesstand merkten sie dann, dass es noch eine Stunde zu früh war- aber jetzt war es zu spät. Das Gefängnis war verschlossen, und es gab kein hinein mehr.
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