Geschichte der Sappeure

Historisches über den Sappeur (Zipör).

 

In Napoleons Linienregimentern wurden die besten und kräftigsten Männer der Grenadierkompanien als Sappeure (Sapeure) eingesetzt. Diese Truppenhandwerker hatten wichtige Aufgaben, wie etwa das Freimachen von Marschrouten, Vorbereiten von Biwakgelände, Erstellen von Feldbefestigungen oder auch Schiessscharten in bestehende Mauern zu schlagen.
Dieser Dienst erforderte Mut und Körperkraft.

Die wohl grösste, bekannte Tat der Sappeure war das Errichten einer Holzbrücke, mitten im Winter in den eiskalten Fluten der Beresina, um Napoleon die Flucht aus Russland zu ermöglichen.


Als Anerkennung für ihren Einsatz erhielten die Sappeure das Privileg, an der Spitze der Kolonne zu marschieren, bei der Fahne und dem Regimentsspiel. Darüber hinaus stellten sie die Wachen vor dem Hauptquartier, und sie genossen das exclusive Recht, Bärte zu tragen. Noch heute führen bei der Parade zum 14. Juli in Paris altbewährte, bärtige Sappeure in weissen Arbeitsschürzen stolz das Kontinent der Fremdenlegion an.

Stolze Pioniere (Sappeure) der Fremdenlegion bei der Parade zum Nationalfeiertag der Franzosen am 14. Juli.

Die Uniform

Der schwarze Tschako hatte einen roten Pützer. An der Farbe der Fangschnur des Tschakos, war die Regimentszugehörigkeit zu erkennen. Die Sappeure waren Gardesoldaten, deshalb war die Fangschnur weiss. Auf dem blauen Rock mit rotem Stehkragen, wurden die roten Epauletten der Infanterie getragen. Die Dienstgrade trug man auf dem linken Oberarm. Auf dem rechten Oberarm befand sich das Fachabzeichen des Zimmermanns, zwei gekreuzte, rote Äxte. Um den Arbeitsschurz aus weissem Leder, wurde ein Koppel mit Messingschloss getragen. Das Tragefutteral für die Arbeitsaxt hing an einer Bandoliere über der linken Schulter. Unter der Schürze trug man eine blaue Hose und hohe Gamaschen.

Die Bewaffnung

Bewaffnet waren die Sappeure mit einer Muskete oder einem schweren Säbel. Auch konnte die Axt bei Kampfhandlungen zur gefürchteten Waffe werden.

Von links:
Korporal einer Bataillonsmusik,                 Grenadier- Trommler,       Sappeur,                           Soldaten Kind als Grenadier- Pfeifer.

 

Drei Sappeure von verschiedenen Regimentern Anno 1807.

Sappeure gab es nicht nur in Frankreich, sondern auch in anderen Ländern. Das nebenstehende Bild zeigt einen Sappeur des Aargauer Infanteriebataillons 15 im Jahre 1856. Hier kann man sehen, dass viele der napoleonischen Traditionen von den Fremddienstleistenden mitgenommen wurden. Der schweizer Sappeur sieht seinem französischen Paten sehr ähnlich.

Ein Märchen ist allerdings, dass auch in den Armeen der chinesischen Kaiser, Sappeure ihren Dienst versahen, obwohl der nebenstehende Gentleman vom Outfit her durchaus, ein Zipör sein könnte.