Eine Geschichte von 1990

Die Zipöre sind eine Legenden- und Geschichten umwobene Kompanie. Eine Begebenheit aus neuerer Zeit, soll hier stellvertretend erzählt werden. Sie ereignete sich nach einem Manöver im Jahre 1990. Beteiligt waren die damaligen Jungzipöre Erwin Borgmann, Wolfram Hoppe, Michael Kraft und Jörg Künne.

Nach erfolgreichem Manöver und dem anschliessenden Zusammensein mit den anderen Kompanien, beschlossen die vier Jungzipöre um Mitternacht das "Haus der Väter" aufzusuchen, um dort noch etwas Verpflegung in flüssiger Form zu sich zu nehmen. Das "Haus der Väter" ist ein Haus am Schützenplatz, das den Räubern für Zusammenkünfte zur Verfügung gestellt wird, um Scharmützel mit den Schützen zu vermeiden. Traditionell sind Zipöre dort immer willkommen.
Auf dem Weg dorthin passierten die vier Jungzipöre eine ehemalige Mühle und bemerkten, dass dort in einer Scheune eine Party stattfand. Da sie einen grossen Durst verspürten entboten sie mit geschulterten Äxten einen "Guten Morgen", und baten um eine Flasche Verpflegung. Diese wurde ihnen nicht gewährt.

Ihre kriegerische Stimmung verbot ihnen, diesen Fauxpas ungestraft hinzunehmen. Darum machte nach kurzer Begutachtung ein massiver Mittelständer der Scheune Bekanntschaft mit einer scharfen Axt. Drei weitere Äxte drohten ebenfalls mit der scharfen Seite im Holz zu verschwinden.
Jetzt erkannte man seitens der Gastgeber den Ernst der Lage. Es dauerte nur Sekunden bis eine ganze Kiste Becks- Verpflegung angeboten wurde.
Das stimmte die vier Jungzipöre milde, und die Scheune steht heute noch.
Als die gereichte Verpflegung zur Neige ging war das "Haus der Väter" geschlossen, aber die Gaststätte "Zum Mühlental" noch geöffnet.Um nicht durstig nach Hause gehen zu müssen, wurden dort noch einige Biere getrunken. Zuhause kam man dann pünktlich bei Sonnenaufgang an.

 

Eine wahre Geschichte von einem Manöverabend 2002.

Traditionell werden die Zipöre während der Manöver einmal von den Räubern eingeladen um mit ihnen zusammen zu feiern. So auch beim Schützenfest 2002.
Die Zipöre und die Räuber marschierten nach erfolgreichem Manöver gemeinsam ins Haus der Väter. Es war von der Räuberkompanie mit frischem Birkengrün und Girlanden geschmückt worden. An der Wand hing eine grosse Räuberfahne, von der später noch zu reden sein wird. Das Haus der Väter war mit reichlich Verpflegung ausgestattet. Zu Bier und Schnaps gab es ausreichend feste Verpflegung in Form von Räubermett und Essiggurken. Es waren alle Voraussetzungen gegeben, um nach einem hervorragenden, feuchtfröhlichen Abend, einen wunderschönen Sonnenaufgang auf dem Weg ins traute Heim zu erleben.

Da durch die Strapazen des Manövers- die Schleiferei des Oberst von Hessen war nahezu unmenschlich- die Kräfte weitestgehend verbraucht waren, wurde der Verpflegung kräftig zugesprochen. Einige Fässchen Bier wurden geleert. Während des Verpflegung fassens, nahm Hauptmann Mettwurst Beförderungen und Ehrungen vor. Unterstützt wurde er hierbei von Leutnant Perverso. Bereits nach kurzer Zeit mussten die beiden Offiziere die Hilfe von Hauptfeldwebel Rabauke mit seiner Stimmgewaltigkeit in Anspruch nehmen, da die wildesten Räuber sich nur noch mit Mühe disziplinieren liessen.

So nahm der Abend in hervorragender Stimmung seinen Verlauf. Der Räuber a. D. Walter Wache sorgte mit einer Quetschkommode für die musikalische Unterhaltung, und wurde aus Dank dafür zum Stabsfeldwebel a. D. befördert.

Doch das sollte nicht lange so bleiben!

Plötzlich ging ein Aufschrei durch die Räuberkompanie. Die Räuberfahne ist weg. Wo ist sie? Wer hat sie gestohlen?

Was war passiert?! Einige Jungs von der Knüppelgarde hatten nach dem Genuss von geistigen Getränken, die sie natürlich nicht vertragen haben, soviel Mut bekommen, dass sie beschlossen die Räuberfahne zu stehlen. Hier muss man einflechten, dass das "Fahnenklauen" eine Tradition ist. Bisher ist noch jede Fahne rechtzeitig zum Schützenfest unbeschädigt zurückgegeben worden.Aber ausgerechnet die Räuberfahne der gesamten, versammelten Kompanie unter dem "Hintern wegzustehlen", war schon ein starkes Stück. Die Reaktion der Räuber liess nicht lange auf sich warten. Einige zehn Mann gingen sofort auf Jagd, um der dreisten Diebe habhaft zu werden.

Die Zipöre betrachteten das Alles in relativer Gelassenheit und waren gespannt, wie die Jagd ausgehen würde. Doch plötzlich erfasste auch sie Unruhe. Sie mussten feststellen, dass eine ihrer Äxte fehlte. Jetzt gab es einen Alarm, der den von den Räubern bei Weitem übertraf. Eine scharfe Axt ist eine gefährliche Waffe, wenn sie sich in den falschen Händen befindet. Und diese Axt war wie vom Erdboden verschluckt. Wer hatte sie? Die Jungs von der Knüppelgarde werden ihren königstreuen Verbündeten doch wohl keine Axt gestohlen haben? Aber weiss man es! Eventuell waren sie durch zuviel Verpflegung doch nicht mehr Herr ihrer Sinne, oder sie hatten in ihrer Unerfahrenheit noch nicht realisiert, dass Zipöre königstreu sind.

Oder wollte eventuell jemand anderes Schabernack mit den Zipören treiben?

Dann kam das Gerücht auf, dass die Axt von einem Räuber mitgenommen worden sei. Also blieb nichts anderes als zu warten und zu hoffen, dass niemand Schaden damit anrichtete.Nach etwa 1/2 Stunde klärte sich dann der Diebstahl auf. Hauptfeldwebel Rabauke hatte seinem Namen alle Ehre gemacht, die Axt in echter Räubermanier ohne zu fragen an sich genommen, und war damit auf Jagd gegangen. Da Rabauke als sehr verantwortungsbewusster Mann bekannt ist, kann man davon ausgehen, dass er niemandem etwas mit der Axt antun, sondern sich damit schützen wollte. Vielleicht hat er Angst im Dunkel, denn bei seiner Statur muss er sich nun wirklich nicht vor ein paar Kameraden der Knüppelgarde fürchten.

Wie dem auch sei, die Waffe wurde ordnungsgemäss zurückgegeben, und auch die Räuberfahne kam wieder an ihren Platz.

Diese Geschichte hatte aber noch ein Nachspiel. Da die Zipöre nicht noch einmal einer Axt verlustig gehen wollen wenn sie mit den Räubern zusammen feiern, haben sie während der Abrechnung, Hauptfeldwebel Rabauke eine ihrer Traditionsäxte überreicht. Es handelt sich hierbei allerdings um eine kleinere Ausfertigung. Sie wurde früher vom Nachwuchs zum Üben benutzt. Auch sieht sie etwas anders aus, als die grossen Traditionsäxte. Sie ist auf einer Seite mit einer Schneide versehen. Damit kann Rabauke nunmehr auf Jagd gehen. Die stumpfe Seite ist wie ein Hammer geformt. Hiermit kann er ungehorsamen Räubern Gehorsam einhämmern. Er wird sie oft nutzen müssen.

 

löter
versammlung
mlp1
stoesschen